Jetzt habe ich endlich mein neues Quartier in Tel Aviv bezogen und meinem netten Bekannten sein eigenes Bett wieder ueberlassen. Trotzdem hat er mich schon gefragt, ob ich nicht bleiben will, er habe sich schon an mich gewoeht. Ich mich an ihn zwar auch, aber ich bin trotzdem froh, endlich eigene vier Waende zu haben. Einen Haken hat die Sache allerdings schon: Am Wochenende darf ich mich da nicht aufhalten. Meine Vermieterin scheint was ganz Besonderes zu sein. Noch nie wurden mir so viele Regeln auferlegt. Ich soll die Fensterlaeden bitte schliessen, wenn ich gehe, in Klo und Bad bitte die Fenster stets geoeffnet haben, ihr Geschirr moeglichst nicht benutzen, den Schluessel an einen besonderen Platz legen, wenn ich da bin, und nicht zu vergessen all die Nebenkosten, die noch auf mich zukommen. Uff...
Ansonsten wird mein ganzer Aufenthalt hier von einem schlimmen Umstand ueberschattet: Ich habe nur EIN paar Turnschuhe dabei, die sind neu und haben mir die krasseste Blase am Fuss hinzugefuegt, die ich je hatte! Jeden meiner Schritte muss ich also ganz genau ueberdenken, was nicht leicht ist in einer Stadt, in der du dich nicht mit den oeffentlichen Verkehrsmitteln auskennst... Eigentlich koennte ich hier alles zu Fuss ablatschen, so gross ist das nicht. Aber diese Schmerzen... au, au, au! Deshalb habe ich gestern schon mal die Flipflops-Saison eingelaeutet. Als einzige in ganz Tel Aviv, vermute ich. Aber egal, mein Fuss dankt es mir. Und es war auch wirklich sonnig!
Ein wenig komme ich mir vor wie eine Touristin im Schnelldurchlauf. Ich werde vom Kamerateam morgens mitgenommen (z.B. nach Jerusalem, wie die letzen beiden Male), zum Drehort gebracht und nach den kurzen Aufnahmen (nie laenger als eine Stunde) wieder zurueck zum Studio gebracht. Die meisten Eindruecke bekomme ich also aus dem Autofenster...
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